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Deutschland/Bautzen

Bergungsbericht vom Einsatz des VKSVG e.V.

Am 25.09.2007 wurde der VKSVG e.V. vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) Sachsen zum Einsatz nach Sdier gerufen, da bei Baumaßnahmen am Kindergarten der Gemeinde, ein Stahlhelm gefunden wurde und durch Zeugenaussagen bestätigt wurde, dass im April 1945 hier schwere Häuserkämpfe stattgefunden haben. Darauf hin rief der KBD Sachsen die Dienstelle des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge e.V. in Dresden an. Die Dienstelle gab dem KBD Sachsen die Telefonnummer der Kontaktperson vom VKSVG e.V. vor Ort. Herr Lange vom KBD telefonierte daraufhin mit dem Vereinsmitglied Ulrich Gojowczyk , der seine Kollegen Sven Miethe und René Gottschling informierte. Innerhalb 1 Stunde trafen die 3 Mitglieder in Sdier ein.
Neben dem KBD Sachsen und der verantwortlichen Kindergartenleiterin, war auch der Bürgermeister der Gemeinde Großdubrau vor Ort. Die Bergungsstelle war schon weiträumig abgesperrt, so konnten sich die 3 Mitglieder erst einmal ein Bild über die Örtlichkeiten machen und mit dem zuständigen Ordnungsamt Bautzen telefonieren um eine Bergungsgenehmigung zu erhalten, die daraufhin auch sofort erteilt wurde.

 

Nun konnte mit vorsichtigen Freilegung des Fundes begonnen werden. An diesem Tag konnten 2 Soldaten geborgen und ein weiterer geortet werden. Da im Laufe der Bergung eine Menge an Sand bewegt werden musste, wurde die weitere Bergungsaktion auf den nächsten Tag verschoben, da auch die Dunkelheit anbrach.
Am 26.09.2007 trafen sich um 9.30 Uhr neben dem KBD und den 3 Mitglieder des VKSVG e.V. auch der Bauleiter der Baufirma. Es wurde mit dem Bauleiter vereinbart, dass der Minibagger der Firma mit zum Einsatz kommt. Noch während der Freilegung des 3 georteten Soldaten, fühlten und Uli und Sven einen 4 Soldaten. Über die genaue Herkunft, der an diesen 2 Tagen, 4 geborgenen Soldaten konnte zu diesem Zeitpunkt noch nichts gesagt werden, da außer 2 russischen Stahlhelmen, leider keine anderen Hinweise, wie Erkennungsmarke oder Ausrüstungsgegenstände gefunden werden konnte.

 

Da der KBD Sachsen einiges an Munition beseitigen musste, wurde ein Auftrag an die Sächsische Kampfmittelbeseitigungs (SKB) GmbH ausgelöst, die den Auftrag erhielt, den gesamten Kindergartenkomplex auf Munition zu durchsuchen.
So fingen diese Mitarbeiter am Montag den 01.10.2007 um 7.00 Uhr an, den Kindergartenspielplatz systematisch zu durchsuchen. Gegen 9.00 Uhr erhielten wir einen Anruf der SKB GmbH, sie sind auf Gebeine gestoßen, so dass sich Uli, Sven und René unverzüglich vor Ort begaben. Zum Glück stand uns wieder ein Minibagger zur Verfügung, denn es musste wieder auf 1,60 m Tiefe geschaufelt werden. Auch hier stießen wir auf einen Schützengraben und konnten an diesem Tag 3 Soldaten bergen und hatten nun endlich die 100 % Gewissheit, es waren bisher 7 polnische Soldaten geborgen worden, da 2 Mützen mit Adler der königlichen polnischen Armee gefunden wurden. Eine weitere Bergung wurde durch die heran brechende Dunkelheit verschoben. Wir trafen uns alle am nächsten Morgen (02.10.2007) wieder und setzten die Bergung ohne Komplikationen fort und hatten bis zum späten Nachmittag wieder 3 polnische Soldaten bzw. Soldatin geborgen. Wir können mit ziemlicher Sicherheit sagen, das unter den Gefallenen eine polnische Soldatin ist, da neben der körperlichen Vermessung, einige persönliche Fundsachen (Haarspange, Spiegel etc.) gefunden wurde.

 

Da wir ein Baum zur Bergung unterhöhlt hatten, bestand die Gefahr, dass der Baum umstürzte, so wurde mit dem Bürgermeister beschlossen, am Feiertag dem 03.10.2007 den Baum zufällen, sodass die Arbeiten vom SKB am 04.10.2007 fortgeführt und am 05.10.2007 abgeschlossen werden konnten. An diesen 2 Tagen war der VKSVG e.V. vertreten durch Benny Berndt und Ron Göhrig. Neben Schrott und Munition wurde aber nichts mehr gefunden.
So fand diese Bergung einen Abschluss mit 10 geborgenen polnischen Soldaten/in.
Die sterblichen Überreste mit den persönlichen Beifunden und den dazu gehörigen Bergungsprotokollen wurden dem Volksbund für Kriegsgräberfürsorge e.V. übergeben. Ob eine Umbettung in Deutschland oder in Polen erfolgt, steht zum heutigen Tag noch nicht fest.

 

Ulrich Gojowczyk bei der Bergung

Die teilgenommenen Mitglieder Uli Gojowczyk, Sven Miethe, René Gottschling, Benny Berndt und Ron Göhrig möchten sich ganz herzlich bei der Kindertagesstättenleiterin Frau Ramona Nuck und Frau Rucha (Zeitzeugin) für die Verpflegung und die sehr gute Zusammenarbeit in dieser Zeit bedanken!



René Gottschling
Oktober 2007

 

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