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VKSVG findet Grab

Mit Hilfe des VKSVG e.V. findet Enkelin aus Russland Grab ihrer vermissten Großmutter

Zwei Jahre hat Galina C. aus Kaliningrad intensiv nach dem Grab ihrer Großmutter gesucht. Valentina Petrovna C. ist vor 65 Jahren nach Deutschland kriegsverpflichtet worden und ein Jahr darauf verstorben. Beigesetzt wurde sie auf dem ehemaligen Friedhof in der Cottbuser Blechenstraße. Dort hat sich am 01.07.2008 die 42-jährige Russin mit 64 weißen und hellroten Rosen persönlich von ihrer Oma verabschiedet, begleitet und unterstützt wurde Sie dabei von 2 VKSVG Mitgliedern und einem Dolmetscher.
«Heute endet für mich und meine Familie ein langer und beschwerlicher Weg» , sagt Galina C., während sie 64 Rosen in einen Bauzaun am ehemaligen Friedhof in der Blechen-/Ecke Taubenstraße steckt. «Hier irgendwo auf dem Gelände wurde meine Großmutter vor 64 Jahren begraben.» Sie sei froh, dass sie sich endlich persönlich verabschieden könne. «Das Gefühl, nicht zu wissen, wo sie begraben wurde, hat mich innerlich aufgewühlt» , beschreibt Galina C. ihre Gefühlswelt.
An welcher Stelle sich genau das Grab befindet, wissen wir allerdings nicht, «und ich werde es auch niemals erfahren. Denn leider deutet nichts mehr auf die ehemalige Grabstätte hin» , erzählt die 42-Jährige. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Kaliningrad. Zwei Jahre lang habe sie von dort aus intensiv nach Hinweisen über den Verbleib ihrer Großmutter geforscht.

 

Auf der Suche in diversen Internetforen ist sie vor drei Monaten auf den Verein zur Klärung von Schicksalen Vermisster und Gefallener (VKSVG) gestoßen. Der Verein hat in Zusammenarbeit mit den anderen Internetforen herausgefunden, dass der Friedhof, auf dem ihre Oma im Dezember 1944 beigesetzt wurde, nach der Wende plattgemacht worden ist,«Zwei alte Mauern existieren aber heute noch, so dass sich Galina C. wenigstens ein grobes Bild von dem Friedhof machen kann.» Ihre Großmutter, Valentina Petrovna C., ist im Jahr 1943 nach Deutschland kriegsverpflichtet worden. Die zehn Familienmitglieder haben in Baracken auf dem Gelände des Cottbuser Bahnhofs gelebt. Im Dezember 1944 sei die Großmutter an einer Lungenentzündung verstorben. Das Grab ist nur fünf Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt. «Daran konnte sich meine heute 70-jährige Mutter noch erinnern» sagt Galina C. Und dass am Friedhof eine große Halle gestanden hat, durch die man durchsehen konnte . Das sind für den Verein zufolge die entscheidenden Hinweise gewesen. Galina hatte auf unserer Vereinsinternetseite eine Suchanfrage gestellt. Da wir aus den Schilderungen wussten, dass das Grab unweit des Bahnhofs gelegen war, konnten wir gezielt nach dem Friedhof forschen. Ohne diese Hinweise wäre es schwierig geworden. Denn während der Beerdigung der Großmutter war kein Pfarrer zugegen und somit ist die Frau auch in keinem Kirchenbuch erwähnt. Es sei aber ihr größter Wunsch gewesen, die letzte Ruhestätte der Oma zu finden, erzählt uns Galina C.. Deshalb habe sie sich während der Suche von kleineren Rückschlägen nicht entmutigen lassen. Der VKSVG e.V. hofft noch vielen Angehörigen auf diese Art zu helfen. «Es gibt noch Tausende ungeklärte Schicksale.»

 

An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an unser Vereinmitglied Inge D. (83 Jahre) aus Hamburg, die sich energisch um die Schicksalsaufklärung bemüht hat und damit zu einem glücklichen Abschluss bringen konnte. Großer Dank gebührt auch dem Cottbuser Stadtarchiv, sowie zahlreiche Helfer in verschiedenen Internetforen die uns tatkräftig unterstützt haben!

René Gottschling
Pressesprecher des VKSVG e.V.

 

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