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Handel mit Erkennungsmarken
Handel mit EKM in Auktionshäuser
Deutsche Erkennungsmarke- gefunden bei Stalingrad“ lautet die Überschrift der Auktion. „…ausgegraben auf dem größten Schlachtfeld in der Geschichte der Menschheit…“ Der Verkäufer aus Moskau wirbt mit wortgewaltigen Superlativen für sein Angebot bei Ebay. Doch was ist das was er hier verkauft, Was viele der hauptsächlich in Osteuropa angesiedelten Verkäufer hier anbieten? Was da „3-2-1-meins“ dann Ihnen gehören soll?
Erkennungsmarken aus Ebay-Auktionen
Es sind sozusagen metallische Ausweise, diese Erkennungsmarken aus Alu oder Zinkblech, es sind die Identitätsnachweise deutscher Soldaten des 2. Weltkrieges, ausgegeben an jeden Soldaten, um im Falle seines Todes diesen Soldaten bei seinem Auffinden auch nach vielen Jahren noch identifizieren zu können. (Selbst heutzutage erhält jeder Soldat der Bundeswehr bei seiner Einberufung eine solche kleine Blechmarke, auch gern „Hundemarke“ genannt.) Heute werden nun diese Erkennungsmarken von teilweise professionell vorgehenden Grabräubergruppen auf den Schlachtfeldern des 2. Weltkrieges meist mitsamt den sterblichen Überresten ausgegraben und in alle Welt verkauft. Erkennungsmarken von Vermissten sind es vor allem, die da bei Ebay angeboten werden, jede Woche zu Dutzenden. Denn sie sind komplett, nicht gebrochen, wie es im Falle einer Registrierung des Sterbefalls normalerweise erfolgte. Man scheut sich nicht einmal davor, solche Untaten auch noch im Internet zur Schau zu stellen.
Und in Amerika und Australien wird Beifall geklatscht….
Würden diese gewissenlosen Menschen das auch tun, wenn z.B. ein Iraker einen Schädel eines gefallenen GI in seiner Schrankwand im Internet präsentieren würde???? Wohl kaum.
Wir versuchen nun schon seit einiger Zeit, Ebay zum Stoppen dieser makabren, verabscheuenden Auktionen zu bewegen, die Sammler in aller Welt für dieses Thema zu sensibilisieren.Es gab bisher ein einziges Mal eine Aktion, da hat Ebay ein paar Auktionen vor dem Ende abgebrochen. Aber in der nächsten Woche waren die gleichen Erkennungsmarken wieder eingestellt und seitdem hat Ebay nichts mehr gemacht“ E-Mails in alle Filialen von Ebay, auch an die Hauptzentrale in San Jose-Kalifornien,Gesprächsnotizen von Telefonaten, der Ordner in dieser Sache wird immer dicker.
Schon zu Anfang wurde auch die Deutsche Dienststelle in Berlin mit einbezogen.Diese öffentliche Behörde verwaltet heute alle Unterlagen über die Angehörigen der ehemaligen deutschen Streitkräfte des 2. Weltkrieges und ist auch jetzt noch unter anderem dafür zuständig, im Falle des Auffindens von vermissten oder gefallenen deutschen Soldaten die Familienangehörigen zu informieren. Doch das ist nicht mehr möglich, wenn die Grabräuber weg sind. Die Identität der achtlos und oftmals wild herumliegenden zurückgelassenen sterblichen Überreste der dabei aufgefundenen Toten ist für immer vernichtet. Der Verein war selbst schon in Russland zum Auffinden von Soldatengräbern und hat solche grauenvollen Bilder dort oft gesehen.
Die Gesetzeslage ist eigentlich klar, mit dem Zulassen dieser Auktionen unterstützt Ebay die immer mehr zum „Volksport“ ausartende Grabräuberei und damit die Verletzung der in den Genfer Abkommen festgelegten Schutzauflagen für Kriegsgräber. Selbst nach den Ebay-eigenen Richtlinien dürften solche Auktionen eigentlich gar nicht stattfinden. Aber das scheint alles nicht zu interessieren, denn hier geht es um viel Geld.Denn der Markt ist lukrativ, gerade sogenannte Militaria aus dem 2. Weltkrieg erzielen Spitzenpreise bei den Auktionshäusern. Erkennungsmarken gehen meist in die USA und 50 Dollar für ein Stück sind keine Seltenheit. Allein der In der letzen Zeit aktivste Verkäufer in dieser Sache hat in den letzten 2 Jahren ca. 40000 Dollar eingenommen.
Es ist eigentlich nicht zu glauben, es ist eigentlich niederschmetternd, dass all unsere schlüssigen Argumente bisher nicht von Ebay verstanden wurden!! Selbst das Angebot der Deutschen Dienstelle (www.dd-wast.de), die unser Vorgehen begrüßt und sich auch schon bedankt hat, sich einmal in ihren Räumen vor Ort über die Tragweite derartiger Auktionen zu informieren, wurde von Ebay bisher nicht wahrgenommen!
Doch wir werden nicht aufhören, bevor wir Ebay nicht von seinem gewissenlosen Handeln überzeugt haben!!!
Nachtrag
Langsam kommt etwas Bewegung in die Sache. Ebay hat sich jetzt doch auf mit der Deutschen Dienststelle (Wast) in Verbindung gesetzt.
Man sucht nun nach Möglichkeiten, diese verabscheuenswürdigen Auktionen zu unterbinden--
Doch in der Zwischenzeit gehen allwöchentlich Dutzende Erkennungsmarken von vermissten Soldaten in die Hauptabnehmerländer über den „großen Teich“…
Untertützen Sie uns beim Kampf gegen den Handel mit Erkennungsmarken mit Ihrer Spende!!!
Siehe auch Spiegelbericht Hier klicken
11 Kommentare
24.01.2010
15:41
Beate Kern
Mein Großvater ist in Stalingrad gefallen .wenn ich mir vorstelle ,das seine Überreste irgend wo hingeschmissen werden wird mir schlecht.Kann man den Toten nicht so viel Achtung schenken und die Gräber in Ruhe lassen?Ich glaube kaum das Soldaten egal von welcher Nation sich nach über 57 Jahren so ein Schicksal wünschen. Normale Gräber muß man nach 30 Jahren auch los lassen ,auch wenn dort ein geliebter Mensch liegt oder? Deswegen meine ich ;Laßt den Toten Ihre Verdiente R U H E
16.01.2010
23:24
Wyrwa Günther
Hallo,auch ich suche seit Jahren nach meinem Vater der 1944 in Buraki/SO Witebsk gefallen ist.Eine Grablage ist bekannt,jedoch es bestehen Zweifel ob er in dem genannten Ort begraben ist.Wenn ich mir vorstelle das gewissenlose geldgierige Menschen die zu dem Zeitpunkt des Geschehens noch nicht mal geboren waren sein Grab und das seiner Kameraden plündern um an seine Marke zu kommen ,dann wird mir schlecht.Ich hätte nie mehr die Möglichkeit Ihn zu identifizieren im Falle seines auffindens.Diese Menschen besitzen keine Ehre u. Achtung vor den Toten die sinnlos Ihr Leben verloren.Wenn Ebay nicht soviel Respekt u. Ehrgefühl besitzt um dieses Tun zu verurteilen und zu unterbinden,dann sollte jeder Ebay boykottieren und es Ihnen auch mitteilen bis Sie es begreifen.Aber es ist unsere Gesellschaft die im sammeln dieser Dinge der Vergangenheit warscheinlich einen Nervenkitzel darin sieht,und daher die Basis für diese Sorte Menschen bildet.
23.11.2009
17:56
Seurich Karl-Heinz
Mein Großonkel ist in Stalingrad gefallen und immer noch vermisst, leider sind von Ihm außer einer Nachricht das er gefallen ist nichts übrig geblieben.Ich finde es sehr unmoralisch deneen gegenüber die die Hoffnung vom Verbleib der sterblichen Überreste und dazu gehört nun aaauch die Erkennungsmarke.Es währe zumindest ein stück Information wo der Gefallene zuletzt seine Ruhestätte gefunden hat.Selbst damit werden alle Spuren verwicht und skrupellos vermarktet.Wenn dieser jenige wenigstens eine Datenbank über seine Fundstücke der Öffentlichkeit preisgeben würde und sie kontrolliert an die richtige Adresse weiter gibt.
Ich wünsche noch allen die die Suche nach ihren Angehörigen nicht aufgegeben haben viel Erfolg.Die Hoffnung stirbt zu letzt.!
09.10.2009
10:09
Laas
Ich finde es absolut geschmacklos,das man mit Erkennungsmarken handel treibt.
Ich bin 2. Vorsitzender der Marinekameradschaft Pfeddersheim und wir werden bei solchen anbietern nichts ersteigern die Erkennungsmarken anbieten,nicht einmal mehr einen Kugelschreiber.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Laas
21.09.2009
22:08
A. D./NRW
Hallo,
all die Marken die gefunden wurden,von unseren Seiten ,in NRW ,wurden der WAST gemeldet.
Einige sind blanko gewesen,ja man kann damit handeln,wenn man diese absichtlich gefälscht hat.
Sonst kann man ja nicht viel zum Leben dabeisteuern.
Wir haben ein Gewissen.
MAcht weiter bei euere Arbeit,es sind viele Vermisste Soldaten ,nicht heim gekehrt.(Die mailadresse ist verkehrt!)
Mfg A.D.
21.09.2009
17:58
Ingo
Guten Tag zusammen.....
Wir alle sind gefordert, diesen Handel zu unterbinden! Meldet solche Auktionen! Tragt Beweise zusammen! Wie wäre es mit einer Petition? Lasst Politiker erwachen, auch sie haben Angehörige verloren! Beteiligt Euch aktiv! Gegen das Vergessen, gegen den Raubhandel mit dem ungeklärten Schicksal!
Euer Ingo
13.09.2009
15:28
ochse michael
habe auch schon mehrmals meldung gemacht über solche händler wo es um königsberg ging!suche selber meinen onkel der mit 18 jahren in fatesh-sdanova russland seit einem spähtrupp vermisst ist!!
könnt ihr mir helfen??
05.09.2009
11:24
manuel rauhut
auch unser familie hat unseren onkel der als vermißt gilt verloren, walter radke geb.20.04.1916 in quisbernow pommern,vermißt 1944 normandie,
schande das mit mrken gehandelt wird
19.08.2009
20:18
Katrin
Liebe Michaela,
du spricht mir aus der Seele! Ich suche ebenfalls nach Angehörigen, die als Vermisst gelten.
Man sollte solchem Handlen wirklich einen Riegel vorschieben...
13.08.2009
19:52
Michaela
Es ist schlimm, dass viele Leute sich durch Grabräubereien bereichern! Suche selbst nach einem Familien angehörigen, der seit des 2. Weltkrieges als vermisst gilt. Wie aber soll man seine Väter, Großväter, Onkel usw. ausfindig machen, wenn Identitätsräuber die Erkennungsmarken und sonstiges einfach so entwenden und ohne skrupel verschachern!??
Es ist einfach nur wiederwärtig. Diese Leute haben in meinen Augen weder Anstand gelernt, noch wurden sie richtig erzogen!
28.07.2009
13:51
Fiebes Heinz- Peter
Ich selbst suche nach Informationen über meinen Großvater,und ich kann nicht verstehen, wie andere mit solchen, für Angehörige wichtige Dinge Handel treiben. ebay sollte hier endlich einen Riegel vorschieben.Abgesehen vom Estetischen, sind wichtige informationen des gefallenen für immer verloren.



