Am 07. Februar 1945 wird der gebürtige Chemnitzer Albert Pfund schwer verwundet, wenige Stunden später erliegt er im Lazarett des Lehrerseminars in Mehlsack (Ostpreußen) seinen Verletzungen. 62 Jahre später, im April 2007 macht sich sein gleichnamiger Enkel auf die Suche nach seinem Grab. Die Informationen aus den Archiven sind sehr wenig, doch gelingt es den Werdegang anhand der Auskünfte und der noch erhalten gebliebenen Feldpostbriefen zu rekonstruieren. Es ist die Geschichte eines einfachen Soldaten, eines Soldatenschicksals wie sie es damals zu Tausenden in ähnlicher Form gab und doch bleibt es ein einmaliges. Am 21. Januar 1906 wird Albert Pfund in Chemnitz geboren. In den dreißiger Jahren zieht er nach Belgien, wo er die Belgierin Agnès Juliette Heirbaut heiratet. Zu Beginn des Krieges wird er von Franzosen festgenommen und wird nach Frankreich verschleppt. Nach der Beendigung des Frankreichfeldzuges im Mai 1940 kommt er wieder frei und wird schließlich am 25. Mai 1943 zur deutschen Wehrmacht eingezogen. Im württembergischen Schwetzingen erhält er seine Ausbildung bei der Panzertruppe. Er kommt zur Stammkompanie der Panzer-Ausbildungs-Abteilung 204 welche bei der dortigen Panzerschule stationiert ist. Dort erhält er zu Beginn wie jeder Soldat auch seine Erkennungsmarke, seine persönliche Nummer ist die -1564-. Es ist das kleine Stückchen Metall was noch nach über 60 Jahren zur Identifizierung der sterblichen Überreste beiträgt. Was der gebürtige Chemnitzer nach seiner Ausbildung macht ist unklar, aus Erzählungen und den noch vorhandenen Feldpostbriefen ist lediglich bekannt das er von einem Standort zum nächsten wechselt und bei zahlreichen Übungen mitwirkt. „Es ist wohl davon auszugehen, dass er selber bei der Ausbildung von Rekruten mitgewirkt hat“, so die Meinung des Recherche-Teams des VKSVG.
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Am 13. Januar 1945 beginnt im Mittelabschnitt der Ostfront die große russische Offensive, welche letztlich auch das Ende Ostpreußens einleitete. In ganz Deutschland werden, wie schon die letzten Monate zuvor und den darauffolgenden, hastig Truppentransporte für die einzelnen Frontabschnitte zusammengestellt. Nun finden sich auch weitere Eintragungen in den Unterlagen der Deutschen Dienststelle, welche das Schriftgut der Deutschen Wehrmacht verwaltet. Drei Tage nach Beginn der Offensive, am 16. Januar 1945, wird Albert Pfund mit neun weiteren Soldaten seines Bataillons per Bahntransport von Salzwedel (Sachsen-Anhalt) aus nach Berlin und von dort aus weiter zum Truppenübungsplatz Arys in die Masuren verlegt. In den Wirren des Krieges angekommen muss auch schon der Rückzug angetreten werden. Am 22. Januar muss er die Kaserne in Arys verlassen, gefolgt von der Roten Armee, welche den Ort schon am folgenden Tag ohne Kampfhandlungen besetzt. „Zu Fuß, 40 km im Schnee und dann weiter“, so schreibt er in einem seiner letzten Feldpostbriefen, bis er am Donnerstag den 25. Januar „vom weiten Laufen befreit“ ist. Auf Grund dieser Feldpostbriefen und der dort genannten Feldpostnummer lässt sich als Einheit das Landesschützenbataillon der Luftwaffe 188/VI entschlüsseln. So war Albert Pfund durch die Kriegswirren von der Panzertruppe zu den Landesschützen der Luftwaffe gekommen. Als Landesschütze waren Sicherungsaufgaben seine Tätigkeit, so dürfte er mit dem verbundenen Rückzug als Sicherung für den Flugplatz in Wormditt gedient haben. Dort befindet er sich vermutlich auch noch am 05. Februar 1945, zwei Tage vor seinem Tod. Was am 07. Februar 1945 genau passiert ist unklar. Das Gebiet um Wormditt wird zu diesem Zeitpunkt von der westfälischen 131. Infanterie-Division gehalten und ist hart umkämpft. „Die deutsche Front war so ausgedünnt, dass im rückwärtigen Gebiet immer wieder Soldaten gesammelt wurden, welche nicht unbedingt gebraucht wurden. So ist es möglich das Albert Pfund zu einer Alarmeinheit kam und dort bei Einbrechen eines Frontabschnitts als „Feuerwehr“ diente“, so ein Sprecher des VKSVG. Entweder bei einem solchen Einsatz oder durch einen der zahlreichen Artillerie- und Fliegerangriffen dürfte Albert Pfund an diesem 07. Februar, einen Mittwoch, am Rücken durch Granatsplitter getroffen worden sein. So wurde er noch zur 2. Kompanie der Kranken-Transport-Abteilung 582 gebracht, welche ihn noch weiter von der Front brachte, nach Mehlsack. Dort verstarb er noch am gleichen Tag. Viel Zeit für seine Beerdigung blieb nicht, mit über 300 weiteren Gefallenen wurde er in einem Massengrab am Lehrerseminar Mehlsack beerdigt. Etwa Anfang April erhält seine in Salzwedel lebende Frau ein Päckchen mit seinen persönlichen Gegenständen, ohne Nachricht. Sie musste davon ausgehen, dass ihr Mann wie so viele andere Männer in dieser Zeit gefallen war. Am 13.04.1945 ist es schließlich Gewiss, ein Mitglied der NSDAP überbringt ihr die Nachricht. Albert Pfund ist gefallen. Diese Umstände sind auf die Wirren der letzten Kriegsmonate zurück zuführen. „So sind zahlreiche Verlustenmeldungen, welche für die Angehörigen bestimmt waren, nie angekommen da sie auf ihrem Weg in die Heimat durch Kriegseinwirkungen vernichtet wurden“, wissen die Vereinsmitglieder zu berichten.
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Im April 2007 auf das Internetforum des VKSVG e.V. gestoßen, beginnt für den Enkel die Suche nach seinen Großvater, den er nie hatte kennen lernen dürfen. Zu Beginn mit einer Hand voll Angaben über den Opa, kommen immer schneller mehr Informationen über den Großvater ans Tageslicht. Durch die Recherchen im Internetforum des Vereins, in welchem sich Vereinsmitglieder, sowie zahlreiche Hobbyhistoriker an den Suchen beteiligen, steht schnell fest, dass er und die 300 weiteren Gefallenen bereits im Jahr 2002 umgebettet und auf den Friedhof Bartosze in Polen überführt wurde, wo Albert Pfund mit über 12.000 weiteren deutschen Kriegstoten ruht. Nach 1 ½ jähriger Suche, im Juni 2008, besuchen schließlich Sohn Fritz und Enkel Albert Pfund die Orte der Geschehnisse und das Grab des Vaters und Großvaters.In Polen sehen sie nun die Orte an denen sich Albert Pfund vor seinem Tode zuletzt aufhielt. In Mehlsack werden Sohn und Enkel vom Rektor des Steyler Missionshaus begrüßt und sehen den Ort an denen Albert Pfund zuerst begraben war. Sowie Wormditt, den Ort an denen Albert Pfund mit aller Wahrscheinlichkeit schwer Verwundet wurde.
Nun bittet der Verein, sowie Sohn und Enkel, Veteranen welche in einer der Einheit gedient haben oder näheres über die Orte Wormditt und Mehlsack berichten können oder anderweitig Albert Pfund kannten, sich zu melden
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