Bergungseinsatz in Kodersdorf
Im Frühjahr 2008 erreichte den VKSVG ein Hinweis eines Bürgers aus Niesky: In seinem ehemaligen Garten seien während der letzten Kriegstage 1945 zwei deutsche Soldaten begraben worden. Jahrzehntelang hatte niemand nach ihnen gesucht.
Sieben Vereinsmitglieder reisten an und versammelten sich am frühen Morgen am Einsatzort – einer unscheinbaren Rasenfläche in einem Wohngebiet. Was von außen wie ein gewöhnlicher Garten aussah, barg eine vergessene Geschichte.
Die Grabung begann vorsichtig mit Handwerkzeugen. In etwa einem Meter Tiefe stießen die Helfer auf erste Knochenfragmente sowie eine deutsche Gasmaske aus der Kriegszeit. Allerdings deuteten Spuren darauf hin, dass eine frühere Elektrokabelverlegung die ursprüngliche Grablage bereits vor Jahrzehnten gestört hatte. Teile der sterblichen Überreste waren verlagert worden, ohne dass die Arbeiter damals erkannt hatten, was sie bewegten.
Während der Mittagspause ereignete sich ein Zufall, der die Arbeit des Tages erweiterte: Ein weiterer Anwohner sprach das Team an und berichtete, dass auch in seinem Garten, nur wenige Häuser weiter, zwei Soldaten begraben sein könnten. Ein Muster, das sich in vielen Orten Ostdeutschlands wiederholt – hastige Bestattungen in den letzten Kriegstagen, die in der Nachkriegszeit in Vergessenheit gerieten.
Besonders erschütternd war die Erkenntnis, dass die Gemeinde von den Gräbern nichts wusste. Die Soldaten waren ohne offizielle Erfassung begraben und nie als Kriegsopfer registriert worden. Ohne den Hinweis des Bürgers und die Arbeit des VKSVG wären sie für immer namenlos geblieben.
Im Anschluss an die Bergung pflegte das Team drei deutsche Kriegsgräberstätten in der Region Niesky – eine Arbeit, die der Verein regelmäßig und ehrenamtlich durchführt, um die Erinnerung an die Gefallenen wachzuhalten.
VKSVG e.V.